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Liebe INSIDERIN, lieber INSIDER,
„Aldi verkauft die Lösung für kleine Küchen und sie kostet nur 7,99 Euro“. „Kleine Küche? Dieses praktische Regal von Lidl bringt sofort Ordnung.“ 👉 Das sind zwei Überschriften, die mir Google-News in der letzten Woche ungebeten angezeigt hat. Was einem der Algorithmus halt so zutraut.
IN EILE? DIREKT ZU DEN MELDUNGEN DER WOCHE!
 Kuratierte Angebote für die Küchen-Redakteurin
Ich habe mich in meine Berufsanfängerinnen-Zeit zurückversetzt gefühlt. Hätte ich nicht einen Standherd über eBay und einen Spülenschrank vom Sperrmüll ergattert, wären das vielleicht wirklich die richtigen Angebote für mich gewesen zu diesem Zeitpunkt. |
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Übergangslösungen auf Dauer
Damit will ich nicht sagen, dass eine Aldi-Kochplatte oder der Billig-Airfryer einer gut geplanten Einbauküche dauerhaft Konkurrenz machen. Aber: Solche Übergangslösungen können eine ganze Weile lang auch gut genug sein.
Manchmal, finde ich, fehlt uns in der Branche die Einschätzung dafür, was Menschen außerhalb unserer Bubble sich leisten können oder wollen. Wahrscheinlich glauben wir auch deshalb, dass das hohe Durchschnittsalter deutscher Küchen (zu dem es noch nicht einmal eine belastbare Statistik gibt) notwendigerweise schon bald zu einem Austausch in Millionen Haushalten führen muss.
Ein paar andere Ideen, wie das Interesse am Küchenkauf im Studio geweckt werden könnte, hat Handelsexpertin Theresa Schleicher meinem Kollegen Thomas Kletschke mit auf den Weg gegeben. Würde auch mich überzeugen. Ich durfte es schon lesen, bevor Thomas sich gestern auf den Weg zu Sachsenküchen gemacht hat. Klarer Kolleginnenvorteil. Sie müssen noch aufs nächste Spezial-Heft von INSIDE Küche warten. 😊
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Das Reisebüro lebt noch
Momentan wird – der Jahreszeit geschuldet – ohnehin vor allem in Urlaub investiert. Auch in der Tourismusbranche wachsen die Bäume allerdings nicht mehr in den Himmel – worauf in der Küchenszene ja zu Beginn des Iran-Kriegs durchaus spekuliert worden war. Hoffen wir mal, dass es hier tatsächlich zu einer Verschiebung kommt.
Laut dem „Reisebürospiegel“ von Tats lag der Umsatz im klassischen Touristikgeschäft in den ersten sieben Monaten um 4,9 Prozent unter Vorjahr. Der Auftragseingang soll sogar noch stärker gesunken sein.
Falls Ihnen (so wie mir) gerade die Idee kam, im klassischen Reisebüro würde heute ohnehin keiner mehr buchen: Stimmt nicht. 14,3 Mrd Euro Privatkundenumsatz entfallen jährlich auf diesen Vertriebsweg. Inklusive Geschäftsreisen sind es über 22 Mrd Euro. Laut Forschungsgemeinschaft Urlaub und Reisen werden knapp 28 Prozent aller Urlaubsreisen über Reisebüros gebucht, von denen deutschlandweit um die 10.000 existieren sollen. Kundinnen und Kunden sind dort zum einen Menschen über 50, unter anderem aber auch wieder mehr Jüngere zwischen 25 und 34 Jahren, die komplexere Reisen planen.
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KI in den Bergen
Wir haben den zurückliegenden Urlaub über einen westfälischen Reiseveranstalter online gebucht. Ob das nun in die Statistik zählt oder nicht? Jedenfalls war’s toll in den Bergen. Für mich gibt es nichts Besseres, um Transformationsangst und Zukunftssorgen zu vergessen, um einfach mal abzuschalten, als stundenlang vor sich hinzutrotten oder zu radeln.
Oder?
 Tourenplanung mit ChatGPT? Nicht weiter zu empfehlendes Experiment
 Niemals Ruhe vor KI-Philosophie: Wandern hoch überm Brixental
Leider musste ich feststellen, dass das never-ending Allerweltsthema KI auch vor Wandergruppen nicht Halt macht. Nicht nur, weil Sportbegeisterte aus dem westdeutschen Flachland es sich zum Hobby gemacht haben, Downhill-Touren per ChatGPT zu planen (davon kann ich dem Hörensagen nach abraten, außer Sie haben Freude an Schiebepassagen über 1.000). Nein, mir ist es auch passiert letzte Woche, dass mein Blick in die Tiefe des Brixentals schweifte, als plötzlich schräg hinter mir jemand begann, die Gefahr des Fachkräftemangels unter Senior Developern zu beschwören, wenn heute Juniors durch KI ersetzt würden. Vielleicht klappt's im nächsten Sommer mit dem Kopf-frei-Kriegen.
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Trinken löscht das Feuer?
Daheim in Bayern habe ich mein Glück dann noch beim Yin-Yoga versucht. Los ging's damit, dass die Yogalehrerin meines Vertrauens satte vier Wochen auf Sylt urlaubt und ich auf ein anderes Yogastudio ausweichen musste. Kaum hatte ich dort die Matte ausgerollt und die Wasserflasche (frisch gezapft aus meiner neuen Sprudelarmatur) positioniert, wurde ich belehrt: „Wir trinken nicht beim Yoga. Sonst erlischt das Feuer.“
Die ersten 15 Minuten der Stunde habe ich gebraucht, um meine Verärgerung zum Erlöschen zu bringen. Wenn Sie mich fragen, war das mit dem Feuer nur ein Vorwand. Sicherlich hatte sie Angst, meine Flasche umzuschmeißen. Schlechte Dienstleister(innen) sind und bleiben für mich einfach ein Reizthema. Allerdings erwische ich mich auch oft dabei, dass ich mich an veränderte Bedingungen manchmal weniger gut anpasse, als ich das gern würde.
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Zweite Chance
Change geht eben auch bei denen langsam, die ständig drüber schreiben (müssen). Wissen Sie was? Am Ende der Yogastunde war ich trotz meines anfänglichen Unmuts doch sehr entspannt. Und vielleicht gehe ich am nächsten Montag wieder hin. Dann ohne Sprudelwasser, versteht sich.
Dass sich wirklich was geändert hat, merkt man ja ohnehin erst rückblickend. Mir ist zum Beispiel neulich aufgefallen, dass ich schon lange keine Küche mit Bordeauxrot-glänzender 3D-Front mehr gesehen habe. 😁
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