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Liebe INSIDERIN,
lieber INSIDER,

der einzige Einzelhandelsstandort in unserem Wohngebiet und im Umkreis von 2 km ist ein kleiner Bäcker, der hier vor Jahrzehnten eine kleine, achteckige Immobilie aus dem Baujahr 1949 bezogen hat. Sowas kennt man in anderen Städten eher als Kiosk oder „Trinkhalle“.  

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Mein Bäcker hat acht Ecken, acht Ecken hat mein Bäcker

In den letzten Jahren lief es, obwohl es gar keine Konkurrenz in der Nähe gab, immer schlechter in dem Laden. Liest man ja immer wieder: An sowas sollen Supermärkte und Discounter mit ihren Backwarenregalen schuld sein, außerdem Energiekosten, Nahrungsmittelkosten und geizige Kundschaft. 

Um Personalkosten zu sparen, hatte der Bäcker am Eck die Öffnungszeiten reduziert und eine der beiden Verkäuferinnenstellen gestrichen.

 
 

Kein Klugscheißen beim Brezelkauf 

Im letzten Sommer habe ich dann aber nicht schlecht gestaunt, als die Brezeln plötzlich viel, viel preiswerter wurden. Und das auch noch ohne begleitende Rabattwerbung. Zum Kundschaft-Anlocken kann die Preissenkung also nicht gedacht gewesen sein.

„Wir versuchen, unseren kleinen Bäcker zu retten“, hieß es – ich habe natürlich gefragt, was das soll. Es würde dort jeden Tag eine erhebliche Summe Miese gemacht.

Klugscheißerei beim Brezelkauf habe ich mir verkniffen. Dass eine Rettungsaktion mit diesen Methoden ziemlich in die Hose gegangen ist, können Sie aber vorstellen.

Natürlich gibt es ein Happy End für die Geschichte: Im Januar ist nämlich nach einer kleinen Renovierung die Filiale eines lokalen Familienbetriebs dort eingezogen. Dieser Filialist erfreut sich in der Stadt trotz stattlicher Preise außerordentlicher Beliebtheit.

Seither gibt es lange Warteschlangen am Samstagmorgen, ein abwechslungsreiches Sortiment und Cafébetrieb. Die neue Kühltheke bricht unter Bowls und Salaten fast zusammen, und die Öffnungszeiten wurden wieder verlängert. Die freundliche Verkäuferin hat jetzt auch wieder Kolleginnen. Und einen sicheren Arbeitsplatz.


Schwingen Sie die Kuchengabel!

Die neue Chefin ist eine gelernte Zahntechnikerin, die eine echte Leidenschaft für das Geschäft mit Backwaren entwickelt hat. Das merkt man auch. Ich vermute, es ist ihre Handschrift auf dem oben abgebildeten Schild. Als ich am letzten Wochenende (da fand hier das Samba-Festival mit mehr als 100.000 Gästen aus aller Welt statt) am Bäcker vorbeigejoggt bin, hat es meine Aufmerksamkeit erregt.

„Schwingen Sie das Tanzbein oder lieber die Kuchengabel?“, wer sagt denn sowas? 😂 Ganz sicher keine KI. 
 
 
„Die Dinge und wir“

Den heißen Scheiß in Sachen KI und Technologie werden für uns künftig drei Typen besprechen, die tief drin sind in den Themen. Gleichzeitig sind sie aber bekennende Fans dessen, was im Zuge des KI-Wahns gerade unter dem Buzzword „Authetizität“ eine Renaissance erfährt.

Die drei sind Jochen Ihl, Ole Jensen (beide Feinripp Studios) und Holger Senfft (Tradeffect).

Ihr Statement: „Die große Ironie unserer Zeit besteht darin, dass ausgerechnet künstliche Intelligenz wieder sichtbar macht, wie wichtig echte Menschen sind.“


KI macht Menschen sichtbar: Holger Senfft, Jochen Ihl, Ole Jensen

Jochen, Ole und Holger werden ab nächster Woche einmal im Monat Techniktrends für uns aufspießen – mit trockenem Humor und mit Bezug zur Küchenbranche. Dabei haben sie nicht vor, Trends zu feiern, sondern herauszufinden, welche dieser Trends die Realität überleben. 

 
 
Rein in die Premium-Lücke

Den Sommer vor den Küchenmessen verbringen wir traditionell mit Reisen. Nicht nur mit Urlaubsreisen, sondern auch mit Firmenbesuchen. Oft in OWL, manchmal geht's auch ins europäische Ausland. So war mein Kollege Simon Feldmer in den letzten Tagen in Zug, am schönen Zugersee.

Ob er dort auch die Füße ins Wasser gehalten hat oder gar untergetaucht ist, weiß ich nicht. Auf jeden Fall aber hat er V-Zug-Chef Christoph Kilian getroffen und sich über die Pläne schlaugemacht, die die Schweizer auch hierzulande haben. V-Zug hat aufgerüstet: Österreich kam unters Dach der Deutschland-GmbH. Im Außendienst reisen mittlerweile elf Leute in D und A, vier davon neu. Im Küchenherbst kommen neue Produkte und viel Power. V-Zug will rein ins Premiumsegment, wo sich nach Einschätzung des Gerätebauers eine Lücke auftut, weil Gaggenau nach noch weiter oben ins Luxussegment will. 


Deutschland ist Fokusmarkt: Outsider, Christoph Kilian


Das V-Zug-Auge: Qualitätskontrolle mit KI und Mensch

Im Spezial INSIDE Küche im September steht dann Simons ganze Geschichte aus Zug. 

 

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Ein schönes Wochenende wünscht Ihnen 

Ihre 

 

Eva Ernst
 
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