Kein Bot-Vertrauen Bestens vorbereitet, belesen zu den technischen und wirtschaftlichen Hintergründen der Koch-Robotik und nach Prüfung der Öffnungszeiten habe ich mich am Montagnachmittag auf den Weg nach Wertheim gemacht, wo im Energia-„Home of Mobility“ ein Kochroboter des Hamburger Start-ups Goodbytz vegetarische Speisen nach Rezepten von Holger Stromberg zubereiten sollte.
In Bayern sind Winterferien, so dass ich die Kinder und noch zwei ihrer Freundinnen einpackte. Von NotebookLM habe ich sämtliche Informationen zur Roboterküche kindgerecht in einem Podcast aufarbeiten und auf der Hinfahrt abdudeln lassen, damit auch der Nachwuchs gut vorbereitet ans Werk geht. Rundum informiert trafen wir so nach zwei Stunden Fahrt in Wertheim ein, um dort zu erfahren, dass eben jener Roboter vor knapp zwei Monaten demontiert worden war.
Tja, für die Auskünfte zu Öffnungszeiten und Essensoptionen war auch ein Bot zuständig. Zur Freude der Kinder hatten wir aus dem Auto raus auch nochmal mit ihm telefoniert und die freundliche Auskunft erhalten: „Ja, das Bistro ist geöffnet und du kannst dort ‚plant-based‘ Gerichte aus der Robokitchen genießen.“ Blöd nur, dass das freundliche Gerät offenkundig nicht auf aktuelle Informationen zugreifen kann.
Die Kinder hat ein Alternativprogramm befriedet, meinen Jahresvorsatz werde ich zu einem anderen Zeitpunkt umsetzen müssen.
 Transfette statt Robotic Food: Alternativprogrammpunkt 1
 Umgekehrte Welt: Alternativprogrammpunkt 2
Gestern bekam ich tatsächlich noch einen Anruf aus Wertheim. Offenbar werten dort noch natürliche Personen die Anfragen an den Telefon-Bot aus. Mir wurde sehr kompetent erklärt, weshalb die Robotic Kitchen wieder abgebaut wurde: Zu wenig Frequenz, begrenzte Öffnungszeiten und das parallele Angebot einer „Living Kitchen“ haben dazu geführt, dass sich der Roboter an diesem Standort nicht rentiert hat. Nach wie vor war der nette Herr am Telefon aber echter Fan des Konzepts. Und geschmeckt hat's ihm auch, sagte er.
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